nitsch museen

Hermann Nitsch ist entscheidender Gründer des Wiener Aktionismus und zählt zu den vielseitigsten zeitgenössischen Künstlern: er ist Aktionist, Maler, Komponist (Sinfonien, Orgelkonzerte) und Bühnenbildner. In den 1950er Jahren entwickelte er das Orgien Mysterien Theater, sein Gesamtkunstwerk. Es umfasst das breite Spektrum seiner Kunst, indem es den Einsatz aller fünf Sinne erfordert - das Tragische führt zur Auseinandersetzung mit Fleisch, Blut und Eingeweiden. Nitschs Aktionen des Orgien Mysterien Theaters sind sowohl ritualhaft als auch existentialistisch. Seit den 1990er Jahren wird seine Kunst auch immer häufiger in Ausstellungen gewürdigt, die häufig von Aktionen des Künstlers begleitet werden. 

Das Ideal seines "6 Tage Spiels" verwirklichte Nitsch 1998 zum ersten Mal in voller Länge, gefolgt von mehreren kürzeren Aktion in ganz Europa und auch in Havanna, Kuba. In einer veränderten politisch-gesellschaftliche Situation konnte Nitsch sich als weltweit anerkannter Kunstschaffender etablieren. Hermann Nitsch lebt und arbeitet in Österreich auf Schloss Prinzendorf, sowie in Italien in Asolo und Neapel. Im Laufe seines Schaffens hat er mehr als 140 Aktionen, über 70 Malaktionen und mehr als 60 Konzerte aufgeführt. Seine Werke wurden bisher in fast 2000 Einzel- und Gruppenausstellung präsentiert und sind in drei monographischen Museen in Mistelbach (Österreich), Neapel (Italien) und Çanakkale (Türkei) sowie in den renommiertesten internationalen Museen und Galerien vertreten.